Was wir tun
Klar. Körperorientiert. Vordiagnostisch.
Belastende Erlebnisse hinterlassen Spuren – oft lange bevor eine Diagnose gestellt wird. Genau hier setzen wir an: früh, niedrigschwellig und ohne Stigmatisierung. Wir arbeiten nicht problemorientiert, sondern erlebensbezogen. Ziel ist, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene wieder Zugang zu Ruhe, Orientierung und handhabbaren Schritten bekommen.
Im Mittelpunkt steht nicht das Reden, sondern das Erleben: kleine Bewegungsimpulse, künstlerische Prozesse, Körperwahrnehmung und ein Beziehungsangebot, das Sicherheit herstellt. So entstehen Orientierung, Stabilität und die Fähigkeit, das eigene Erleben wieder aktiv zu gestalten.



Schnelle Unterstützung – ohne Wartezeiten
Wer sich meldet, bekommt in der Regel kurzfristig einen Termin.
Das Erstgespräch findet mit Eltern oder Begleitpersonen statt: Anliegen klären, Vorgehen abstimmen, Umfang festlegen.
Danach arbeiten wir meist im Rahmen von zwölf Einheiten, ergänzt durch Gespräche mit Eltern, Schule oder Fachkräften. Unser Auftrag ist vordiagnostisch: stabilisieren, einordnen, verhindern, dass sich Belastungen verfestigen.
Wir bieten keine Psychotherapie, stellen keine Diagnosen und setzen keine Medikamente ein. Unsere Arbeit ergänzt bestehende Hilfen – sie ersetzt sie nicht.
Was nach belastenden Erlebnissen hilft
Nicht das Ereignis entscheidet, sondern die Reaktion darauf. Viele verlieren nach Überforderung das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung: Schlaf, Stimmung, Konzentration und Beziehungen geraten aus dem Takt.
Hier braucht es keine langen Erklärungen, sondern Räume, in denen Spannung nachlassen und Orientierung zurückkehren kann. Die Schritte sind klein – aber wirksam.

Kunst & Kunsttherapie – traumasensibel
Künstlerische Prozesse schaffen Ausdruck, wenn Worte nicht greifen. Farbe, Form, Linie und Bewegung öffnen einen sicheren Zugang zu Orientierung und innerem Abstand. Kunsttherapie unterstützt, Spannungen zu dosieren und Gestaltungskraft zurückzugewinnen.

Somatic Experiencing® – zurück in die eigene Mitte kommen
Somatic Expedientin® arbeitet mit dem, was unmittelbar erlebbar ist: Atmung, Haltung, Bewegungsimpulse. Schritt für Schritt entsteht wieder Zugang zu Ruhe und Klarheit. Ziel ist Stabilität und Handlungsfähigkeit im Alltag – nicht das Aufrollen von Trauma.
Ziel: weniger Übererregung, weniger Rückzug, mehr Präsenz.

SOMA Embodiment® – Regulation durch Beziehung und Rhythmus
SOMA Embodiment® stellt Beziehung, Rhythmus und Kontakt ins Zentrum. Viele Kinder und Erwachsene finden darüber Erleichterung, weil Tempo und Nähe regulierbar werden. SOMA ist kein Technik-Set, sondern ein Beziehungsraum, der Entwicklung ermöglicht.

Traumapädagogik
Verstehen, was Stress und Überforderung im Inneren auslösen.
In der Traumapädagogik schaffen wir Sicherheit, Orientierung und Beziehung. Kinder und Jugendliche erleben: Ich bin nicht das, was mir passiert ist – ich kann lernen, anders zu reagieren.

Heilpädagogik
Wahrnehmen, fördern, in Beziehung treten.
Heilpädagogik heißt, den Menschen in seiner Einzigartigkeit zu sehen und Entwicklungsräume zu öffnen, in denen Selbstvertrauen und innere Ordnung wachsen können.

Erlebnispädagogik
Erleben heißt: sich selbst spüren.
In der Erlebnispädagogik werden Bewegung, Natur und soziale Erfahrung zu Lernfeldern für Vertrauen, Mut und Gemeinschaft. Wer sich ausprobiert, wächst – innerlich wie äußerlich.
Wir stehen für
Wir leisten nicht
Was ist ein Trauma?
Ein Trauma ist keine Eigenschaft eines Menschen und auch nicht zwingend ein einzelnes „schlimmes Ereignis“. Aus heutiger Sicht beschreibt Trauma eine Reaktion des Nervensystems, die dann entsteht, wenn Belastung, Bedrohung oder Überforderung nicht ausreichend verarbeitet werden konnten.
Dabei ist nicht entscheidend, was passiert ist, sondern wie der Körper darauf reagieren konnte. Wenn Schutz-, Flucht- oder Abwehrimpulse nicht zu Ende geführt werden können, bleibt das Nervensystem in erhöhter Alarmbereitschaft oder in Rückzug und Erstarrung gebunden.
Das kann sich zeigen als Unruhe, Rückzug, Schlaf- oder Konzentrationsprobleme, körperliche Beschwerden, emotionale Überforderung oder das Gefühl, „nicht mehr bei sich zu sein“. Häufig bemerken Eltern, Bezugspersonen oder Lehrkräfte diese Veränderungen zuerst – ohne sie sofort einordnen zu können.
Entscheidend ist: Diese Reaktionen sind keine Störung, sondern normale Antworten auf außergewöhnliche Belastung.
Damit sich solche Reaktionsmuster nicht verfestigen oder chronifizieren, ist eine frühe, traumasensible Begleitung wichtig. Die Ambulanz für Notfallpädagogik arbeitet daher vordiagnostisch, körper- und beziehungsorientiert – mit Einzel- und Gruppeninterventionen, die das Nervensystem wieder in Bewegung, Regulation und Sicherheit führen.
Ein zentrales Verfahren dabei ist Somatic Experiencing®, entwickelt von Dr. Peter Levine. Es unterstützt den Körper dabei, unvollendete Stressreaktionen behutsam abzuschließen und die eigene Regulationsfähigkeit zu erweitern.
„Ein Trauma ist eine Tatsache des Lebens. Es muss kein lebenslanges Verhängnis sein.“
(Peter A. Levine)
Diese Haltung prägt unsere Arbeit: früh stabilisieren, ohne zu pathologisieren – und Entwicklung wieder möglich machen.

So arbeiten wir
Der Schlüssel einer erfolgreichen Arbeit liegt für uns in der Begegnung von Mensch zu Mensch.
Wir gehen davon aus, dass ein Mensch sich immerzu verändert und im Werden begriffen ist. Dieser natürliche Prozess kann durch eine traumatische Reaktion auf ein Erlebnis ins Stocken geraten. Der Körper hält die Erinnerung daran fest, insbesondere in der Muskulatur und im Nervensystem.
Zur Notfallpädagogik vereinen sich pädagogische Herangehensweisen, die Methoden des Somatic Experiencing und des Embodiment. Damit gelingt es uns behutsam, über Bewegung und neues Erleben, Erstarrtes wieder in Fluss zu bringen. Selbstheilungskräfte, die in jedem Menschen angelegt sind, werden aktiviert. Denken, Sprechen, Fühlen und Handeln kommen wieder in Einklang und ermöglichen eine neue innere Balance. So kann auch Traumatisches in die eigene Lebensgeschichte integriert und zu einer Quelle der Stärke werden.
Im Vordergrund stehen Beziehungsarbeit, Aufbau von Sicherheit und Vertrauen, Rhythmus, Bewegung und künstlerisches Handeln wie Malerei oder Schauspiel. So kann seelisch etwas zum Ausdruck gebracht werden, wofür oft die Worte fehlen. Dazu nutzen wir auch tiergestützte Interventionen mit Lama, Kamel und Pferd.
Bei all dem ist es uns wichtig, nicht nur die Resilienz zu fördern, die seelische Widerstandskraft, sondern auch die Sensibilität und Empathie jedes Einzelnen. Befinden sich diese beiden Faktoren im Gleichgewicht, kann ein Mensch weiter wachsen und heilen. Er erlebt (wieder) Selbstwirksamkeit, Empowerment und kann für sich selbst Verantwortung übernehmen.
Beginnen wir damit innerhalb der ersten neun Monate nach einer traumatischen Erfahrung, können wir in der Regel verhindern, dass sich eine Traumafolgestörung ausbildet.
Trotzdem sprechen wir natürlich miteinander. Zu unserem Team gehört eine Kollegin, die neben Deutsch auch Ukrainisch und Russisch spricht. Für andere Sprachen arbeiten wir, wenn erforderlich, mit Muttersprachlern zusammen.

Kontakt:
Stephan Weber | E-Mail: weber@nfp-muc.org | Tel: 0151 59009037

Vermittlung
zu weiteren Hilfesystemen
Es gibt Situationen, in denen wir weitere Hilfesysteme hinzuziehen. Wir kooperieren mit Ämtern oder helfen beim Austausch mit ihnen. Wenn erforderlich, können wir den Kontakt zu Ärzten oder Therapeuten herstellen sowie zu Kanzleien, die etwa auf Familienrecht spezialisiert sind.

Psychoedukation
für Pädagogen und Eltern
Trauma-Symptome verstehen als normale Reaktion auf ein unnormales Ereignis: Teilnehmende lernen Aspekte der Psychotraumatologie kennen, von Kategorien bis zum Verlauf. Sie bekommen notfallpädagogische Tools an die Hand für einen angemessenen Umgang mit traumabedingten Reaktionsweisen.

Gesund im Beruf
für Lehrkräfte
Lehrer an Schulen sind heute stark gefordert, zunehmend auch überfordert. Statt Inhalte zu vermitteln müssen sie einen Großteil der Zeit auf Krisenintervention aufwenden. Wie sie dieser Situation besser gewachsen sind und ihre Resilienz stärken, vermitteln wir in einem aufbauenden Workshop.

Fortbildungen
für Institutionen
Flucht und Trauma werden in immer mehr Berufsbildern ein wichtiges Thema. In einem dreistündigen Training geben wir eine Einführung in die neurologischen und psychogenen Auswirkungen eines Traumas und erläutern einfache, aber effiziente Methoden der Selbstorganisation bei starken emotionalen Erlebnissen.
„Nach neun Monaten kann ich zum ersten Mal endlich wieder durchschlafen – dank der Arbeit mit Euch, es war wie magisch.“
Mariem, Schülerin



