Achtjährig befindet sich das Kind im zweiten Lebensjahrsiebt. Das Motto des Jahrsiebtes lautet: „die Welt ist schön!“

Das Bild selbst ist schön gemalt, hat nichts düsteres. Die kleine Gruppe wird durch verschiedenfarbige Herzen verbunden. Es scheint die Sonne, der Himmel ist blau. In dieses Bild über die mit den Herzen verbundenen Familie ist hineingeschrieben: SCHAeis KORNONA KAK. Das kann als Bedrohung aufgefasst werden. Lediglich die Augen und die Mundwinkel der kleinen Familie samt dem Hund zeigen, dass etwas nicht zu stimmen scheint. Wass ist das? Wir können es nicht sehen. Es macht mir doch Angst. Alle Welt spricht davon. Jeden Tag werden im Radio, Fernsehen und den Zeitungen neueste Meldungen darüber verbreitet. Es hat eine unmittelbare Wirkung auf unsere Familie – alle sind auf einmal zu Hause. Homeoffice, kein Kindergarten, keine Schule Wir sind für uns. Endlich können wir etwas zusammen unternehmen – allerdings nur zu Hause. Macht nichts. Doch nun nach so so so vielen Wochen möchte ich wieder in die Schule gehen. Möchte mit meinen Freundinnen zusammen sein. Möchte wieder richtig mit meiner Lehrerin lernen können. Immer noch jeden Tag die Meldungen, die manchen Menschen angst machen. Opa und Oma kommen nicht, sie haben angst. Ich liebe das Leben, ich lasse mich nicht einsperren … SCHAeis KORNONA KAK.

Was ist die Signatur 2. Jahrsiebt?

Die welt ist schön!

Das Kind bewegt sich in der Regel von sich aus wie in einem Garten, der von einer Mauer begrenzt wird. Von 7 – 9 ist die Nachahmung von ausgesprochener Bedeutung – was sind die Vorbilder? Auch in dieser Krise?

Organisch findet eine Reifung der rhythmischen Organe, Herz und Lunge statt, den Trägern des Gefühlslebens.

Das Kind atmet nicht nur die Luft ein und aus, sondern gewissermaßen die gesamte Welt – alle Eindrücke, Ereignisse und Regungen.

Ein eigenes Innenleben beginnt sich zu entwickeln. Ebenso ein Außenleben, das sich dem anderen zuwendet. Der soziale Kontakt für die weiterführende Entwicklung im Leben ist maßgeblich.

// Alle diese grundlegenden Entwicklungsprozesse werden gestört und je nachdem die Umgebung sich verhält, behindert und fehl geleitet.

Das Gefühlsleben wird erschüttert – alle Regungen, Ereignisse und Eindrücke werden wie die Luft eingeatmet.
Ich darf nicht frei die Luft atmen, da das Corona Virus mich befallen könnte – ich muss eine Maske tragen
Ich muss mich vor anderen Menschen schützen – dem anderen kann ich mich nicht frei zuwenden. Das kann gefährlich sein.
Wenn ich nicht nach außen gehen kann, wie sieht mein Weg nach innen aus? Ist der auch gefährlich?
Lehrer sowie auch die Eltern werden Vermittler zwischen der Welt und dem Kind.

// Der Lehrer fällt völlig aus, bzw. Der schickt mir nur Papier oder Dateien, Bilder usw.

Weltkonzepte der Erwachsenen prägen sich ein – später im Leben taucht die Frage auf, wieso habe ich dieses Weltbild?

// Sind meine Eltern einfach gehorsam und nehmen kritiklos alles aus Angst an?

//Sind meine Eltern Verschwörungstheoretiker?

Normen und Verhaltensregeln prägen sich ein

– zu starke autoritäre Formen der Erziehung können erstickend wirken – führt zu einer introvertierten Seele

– Eine zu große Freiheit, wenn keine Grenzen gesetzt werden, kann wie ein zu starkes Ausatmen erlebt werden – führt zu einer extrovertierten Seele

//Auswirkungen und Themen im Erwachsenenalter

Wird zwischen Grenzsetzung und Freiheiten kein gesunder Rhythmus angelegt, muss ich mir das als Erwachsener hart erarbeiten.

Fragen:

– Kann ich einem anderen gegenüber Grenzen setzen?

– Habe ich Ehrfurcht gegenüber anderen?

– Habe ich das Anerkennen einer Autorität gelernt? (Bedeutet nicht hörig sein!)

Zum Lernen gehört die Liebe: ich lerne von Menschen, die ich lieben kann oder die mich lieben und verstehen. Es pendelt sich das Ich-Du Verhältnis ein.

// Kinder, die das besonders in dieser Zeit des social distancing nicht erfahren werden, sind für ihr späteres Leben gezeichnet – das eigene individuelle Ich-Du-Verhältnis wird durch externe Formen ersetzt. Diese sind dann u.U. ein Nährboden für Kälte, Hass, Terror, Rassismus …

#FRAGEN zum 2. Jahrsiebt

Diese Fragen kann ich mir später stellen oder die Eltern stellen diese Fragen zur eigenen Orientierung stellvertretend.

Aus der Elternperspektive gestellt können sie wie folgt lauten:

– Wie werden die Fantasiekräfte meines Kindes und seine innere Bilderwelt gepflegt?

– Geht das Kind gerne zur Schule?

– Was sind seine Lieblingsfächer?

– Wie sind die Beziehungen zu den Lehrern?

– Wer ist die wichtigste Bezugsperson?

– Gibt es Autoritäten, vor dem sich das Kind fürchtet?

– Welche Gewohnheiten herrschen im Haus? In Bezug auf Schlafen, Essen usw.?

Das sind einige Fragen, die für dieses Lebensalter zu stellen sind.

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